About My Painting

 

Humanity

 

Painting means reflecting the inner life, i.e those things that affect a person's existence in the world at the deepest level. 

 

Painting that simply shows something instead of trying to plumb its depths verbally can have the same effect when it tries to capture moments that can't be expressed in words. That's exactly what working with images means for me. 

 

I discover such moments in everyday situations, close to where things appear. They already contain everything and it's right there in front of our eyes, if only we could see it: how we live, how we feel, how we think, what we observe, what we perceive, what we hush up, what we destroy, how we fall in love, hate, and eventually die... My paintings starts with an attentiveness to the existential aspects of life, especially how they can sometimes reveal themselves in the smallest of details. Painting is a projection room where I can trace such moments and also a field where I can amass them and make them poetic. That's why painting should be never be illustrative or overly direct. 

 

Finding the right image is about being subtly suggestive. For me, painting is the way to reflect experience and reality in something universal, allowing it to become visible in this mirror. 

 

My images are still and my motifs are largely everyday. There's not any message or story being told. Time, place, and events are undefined. You see a figure in a landscape, in an empty room, children sleeping or playing, or often people in a reflective mood. Shadow figures, like a vague image of human existence. My images are mostly in greys, blacks, and whites. As I layer on the paint, I often add a minimal bit of other color. This creates an atmosphere of the imaginary, like a space filled with receding memories. 

 

I often work with metaphors of the immaterial and of perspective: shadows, reflected light, mirror images, how light fills a space. In many ways, the architecture in my images creates space for the atmospheric and immaterial. Walls and windows as liminal spaces, visual axes between the internal and external.  

 

It is the abstract, intangible, invisible moment of the life of the soul that I try to capture in my painting. If I succeed, I can capture it in all its ephemerality, melancholy, and existential force. 

 

It's about capturing humanity. What is the state of our minds, our souls, and our intellects in these times? That's what I think about – with painting.

 

Hamburg, 2018

 

 

Über meine Malerei

 

Menschlichkeit

 

Malerei bedeutet, das innere Leben des Menschen zu reflektieren – das, was seine Existenz und sein in der Welt sein im Innersten betrifft.

 

Für mich kann gerade Malerei, die ja einfach nur etwas zeigt statt es beispielsweise in Worten auszuloten, das leisten, wenn sie versucht, Momente des Unsagbaren einzufangen. Genau das bedeutet das Arbeiten am Bild.

 

Ich entdecke solche Momente im Alltag und nah an der Erscheinung der Dinge. Alles liegt bereits darin und steht vor Augen - wenn man es sehen kann: wie wir leben, wie wir uns fühlen, wie wir denken, wie wir beobachten, wie wir wahrnehmen, verschweigen, wie wir zerstören, wie wir uns lieben, hassen und irgendwann sterben...

 

Meine Malerei geht von der Aufmerksamkeit für das Existenzielle im Leben aus, davon, wie es sich manchmal auch im Kleinsten zeigen kann. Malerei ist für mich ein Projektionsraum, um solche Momente zu erspüren, und auch ein Feld, in dem ich sie verdichten und poetisieren kann. Malerei darf deshalb niemals illustrativ sein oder allzu direkt.

 

Das richtige Bild, das es zu finden gilt, ist vor allem durch richtige Andeutung stark. Für mich ist Malerei der Weg, um Erfahrung und Realität in etwas Universellem zu spiegeln, es in diesem Spiegel sichtbar werden zu lassen.

 

Meine Bilder sind still, die Motive meist alltäglich. Es gibt keine Botschaft, keine Geschichte, die erzählt wird; Zeit, Ort und Handlung sind undefiniert: Man sieht eine Figur in der Landschaft, in einem leeren Raum, schlafende oder spielende Kinder, oft sind es in sich gekehrte Menschen. Schattenfiguren, wie eine vage Vorstellung der menschlichen Existenz. Meine Bilder basieren zumeist auf Grau, Schwarz und Weiß. Im vielschichtigen Farbauftrag füge ich oft minimales Kolorit hinzu. So lasse ich eine Atmosphäre des Imaginären entstehen, wie einen Raum verblassender Erinnerung.

 

Oft arbeite ich mit Metaphern des Immateriellen und des Blicks: Die Verschattung, die Lichtreflexion, die Spiegelung, das Licht im Raum. Vielfach öffnet Architektur in meinen Bildern solche Spielräume fürs Atmosphärische und Immaterielle –Wände und Fenster als Grenz-ziehungen, Blickachsen zwischen Innen und Außen.

 

Es ist das abstrakte, ungreifbare, unsichtbare Moment des menschlichen Seelenlebens, das ich in meiner Malerei zu erfassen versuche. Gelingt es, kann ich es in aller Beiläufigkeit, Melancholie und existenziellen Kraft zum Vorschein holen.

 

Es geht mir um Menschlichkeit. Im welchem physischen, seelischen, geistigen Zustand befinden wir uns – heute? Darüber denke ich nach – mit Malerei.